

Schlosspark Lieberose
Eine Parkanlage in der Renaissancezeit unter Joachim „dem Reichen" wurde 1782 von Bernoulli eine kleine Barockanlage beschrieben. Für den Landschaftspark existiert eine Planung des Architekten Grollmus, vermutlich vor 1883 im Auftrag von Dietrich Johann Friedrich von der Schulenburg verfasst. Eine Karte von 1883 zeigt, dass diese Planung nicht völlig umgesetzt, sondern in einigen Bereichen verändert ausgeführt wurde. Der Landschaftspark hatte mit einer Koniferenanreicherung aus dem beginnenden 20. Jahrhundert wohl bis 1945 Bestand. Nach der Bodenreform wurde er parzelliert, aber glücklicherweise mit einer Ausnahme nur im Randbereich aufgesiedelt. Die Gebäude der Gärtnerei nutzte fortan eine gärtnerische Produktionsgenossenschaft.
Der schlossnahe Bereich wurde in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts durch Hugo Namslauer vom Institut für Denkmalpflege der DDR neugestaltet, wobei keine historische Wiederherstellung angestrebt war. Heute ist der schlossnahe Bereich von 4 ha im Besitz der Schlössergesellschaft gut gepflegt.
Vor allem das Südparterre ist als intensiv gestalteter Gartenraum erlebbar geblieben: Innerhalb eines Rahmens von Hainbuchenhecken erstreckt sich eine rechteckige Rasenfläche, an deren Längsseiten je acht Buchsbaumkugeln angeordnet sind. Die beiden schlossnahen Kugeln sind jeweils von einem quadratischen Rosenbeet umgeben. An das Parterre schließt sich der Schlossteich an, der eine leichte Tendenz zur Verlandung zeigt. Der Blick über den Teich verläuft nach Süden in die Flucht der Kastanienallee. Östlich des Schlosses blieb ein Teil des ausgedehnten Freiflächensystems erhalten, jedoch ist die wichtige Sichtachse vom Schloss nach Osten zugewachsen. Auch Reste der Parkarchitektur verdienen Beachtung: Im Bereich der ehemaligen Schlossgärtnerei im Südosten findet sich neben einigen selteneren Koniferen ein runder Pavillon in antiken Bauformen, der ein geschmücktes Zinkdach mit Dachreiter trägt. Die Sichtachsen von diesem Pavillon bestehen leider nicht mehr. Ein Schweizerhaus aus dem 19. Jahrhundert im äußersten südöstlichen Parkbereich ist nach Änderung der Dachkonstruktion, Beseitigung des Balkons und Verputzen des Fachwerkes nicht mehr als solches erkennbar. In unbefriedigendem Zustand befindet sich trotz erster Sanierungsarbeiten auch das neugotische Erbbegräbnis der Familie von der Schulenburg mit Kapelle auf dem Kapellenberg.
(Quelle: reiseland-brandenburg.de)
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